startseite news "love, whitney" archiv newsgalerie |
fans biographie galerie multimedia über die seite
|
presse Frankfurter Rundschau, 1999 feedback |
|
Die 100-Trilliarden-Mark-Frau Schöne, heile Welt: Whitney Houstons Konzert in der Frankfurter Festhalle Quelle: Frankfurter Rundschau Art der Quelle: Tageszeitung Autor: Michael Tetzlaff Datum: 1999 Anlass: Konzert in der Frankfurter Festhalle Ton: negativ
Die junge Frau im Vorschlauch der Festhalle kann es kaum erwarten, Whitney Houston zu sehen, sie drängelt. Das Gesicht
ihres Begleiters sagt: "Lass mich in Ruhe und geh' allein rein." Der Anstand - oder was auch immer - sagt: "Sie ist oder überhaupt
noch nicht auf der Bühne." Der Mann säße bestimmt am liebsten mit den Jungs seiner Wetterauer Stammkneipe und
sähe Fußball oder montags auch gern Breitensport. Die Männer, die das Konzert besuchen, sind in drei Kategorien
einzuteilen: total begeistert (Fans, freiwillig hier), total verliebt (der Liebe wegen hier), total genervt (gezwungermaßen hier). Die
Frauen müssen nicht in Gruppen gepresst werden, sie finden Whitney klasse. Die drei Background-Sängerinnen und
ein Sänger haben mächtige Stimmen. Ach. Die Masse tobt, kann es nicht mehr erwarten.Aber erstmal singen die Vier, was die Seele hergibt. Leider nur ein recht kurzes Stück. Sie kommt. jawohl, Whitney kommt. Glitzermantel, enge schwarze Hosen, wahlloses Oberteil. Die Prozessoren der drum machines takten gut. Gigantische Bühne. Bässe auf die Fresse respektive auf die Bronchien. Das löst den Husten. Heartbreak Hotel oder so heißt das Lied. natürlich hat Frau Houston eine verdammt gute Stimme. Das wiederum spielt in der Frankfurter Festhalle aber keine Rolle, zumindest nicht in den Randbereichen. Alles dreht sich mehr oder minder um Liebe in Whitneys Welt. Erstaunlich, wie man mit belanglosen Sachen ohne Bedienungsanleitung Massen begeistert und Geld verdient. Kuscheln unbd schunkeln, so ist's recht. Frau Houston hat auch noch andere Einnahmequellen. Max Goldt klärte im Jahre 1993 in der Titanic auf. Der "US-Star" habe einen Journalisten der Washinton Post auf etwas 100 Millionen Mark Schadensersatz verklagt, weil dieser behauptet hätte, sie nähme Abmagerungspillen. "Da frage ich: Warum nicht gleich 100 Trilliarden? Warum fordert sie nicht einfach sämtliches Geld, was auf der Wlt in Umlauf ist? Dann kö,nnte die Menschheit zum kommunikationsfördernden Tauschhandel zurückkehren", schrieb Max. Dann kö,nnten wir jetzt ein Päckchen Zigaretten und ein belegtes Brötchen gegen ein Bier tauschen. Soviel kostet die Brühe nämlich annähernd. Aber auf der Bühne spielt die Musik. Die Tänzerinnen - ein Königreich für einen Feldstecher. Soviel Energie passt eigentlich nicht in einen Körper. Gummi, ja sie sind aus Gummi. Aus schönem Gummi. Sie freue sich, wieder in Frankfurt zu sein, sagt Frau Houston und singt Saving all my Love for you. Was ist das, was Whitney macht? Soulpop? Funky Soul? Warum schmeißt sie ihre Stimme fü,r Mainstream weg? Geld? Wir wissen es nicht. My love is your love und umgekehrt. Das Publikum ist hin und weg. Feuerzeuge dienen. Schöne, heile Welt. |
nach oben