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Whitney Houstons Auferstehung Soul-Diva zeigt sich auf ihrem neuen Album gereifter und rauchiger Die Auferstehung kommt unerwartet: Dass Whitney Houston tatsächlich noch einmal als Sängerin in Erscheinung treten würde, hatte nach den Schlagzeilen der letzten Jahre kaum jemand mehr erwartet. Quelle: Main-Post Art der Quelle: Zeitung/Online Autoren: ddp/dpa/tbr Datum: 31.08.2009 Anlass: Albumveröffentlichung am 28. August 2009 Ton: neutral Abgemagert zum Skelett, gezeichnet von einer zerrütteten Ehe, Alkohol und Drogen, schien die einst erfolgreichste Sängerin der Welt am Ende. Jetzt kehrt die Soul-Diva mit ihrem siebten Studioalbum („I Look To You“) zurück – nach sieben Jahre Pause. Nein, Crack habe sie nie geraucht – bei ihrem Einkommen „viel zu billig“. Nein, sie leide nicht an Essstörungen – sei „immer schon dünn“ gewesen. Gewiss, sie habe „mit Freunden ein wenig Party gemacht“, früher. Alkohol? Marihuana? Kokain? Tabletten? Nun ja – „alles, manchmal, aber nur ein bisschen“. 2002, kurz vor Erscheinen ihres wenig erfolgreichen Albums „Just Whitney“, hatte Houston in einem Fernsehinterview mit dem US-Sender ABC einen allerletzten Versuch unternommen, das Image des wohlerzogenen, gottesfürchtigen Mädchens aufrechtzuerhalten. Dann verschwand sie von der Bildfläche. Es war das Ende einer Superstarkarriere. Ein vorläufiges Ende. 170 Millionen Platten verkaufte Whitney Houston weltweit, mit Singles wie „Saving all my Love for you“ (1985), „I wanna dance with somebody (Who loves me)“ (1987) und „One Moment in Time“ (1988) schrieb sie Popgeschichte. Die schwarze Sängerin aus dem US-Bundesstaat New Jersey wurde für ihre außergewöhnliche, drei Oktaven umfassende Stimme weltweit bejubelt. Ihre Ballade „I will always love you“ aus dem Film „Bodyguard“ (1992), in dem sie auch die Hauptrolle spielte, ist bis heute eine der erfolgreichsten Singles der Musikgeschichte. Sieben Mal in Folge belegte sie in den Achtzigern Platz 1 der US-Single-Hitparade – Weltrekord. Dann erfüllte sie musikalisch die Erwartungen nicht mehr – dafür befriedigte sie den Voyeurismus des Publikums durch ihr turbulentes Eheleben mit Sänger Bobby Brown, inklusive schlechtem Benehmen aller Art. Dass die einst so brave Whitney Houston sich auf rustikale Flüche und zotigen Humor versteht, hatte man bis dahin nicht wirklich gewusst. Das Paar hatte sich 1989 kennengelernt und drei Jahre später geheiratet. 1993 kam Tochter Bobbi Kristina zur Welt. Die Beziehung ist ein ständiges Auf und Ab. Er muss wegen Drogen und Alkohol mehrfach hinter Gitter. Zunehmend gerät Whitney Houston mit in den Strudel. Einmal werden sie gemeinsam mit Rauschgift erwischt, ein andermal ruft sie nach einem handgreiflichen Streit die Polizei. Sie erscheint nicht mehr zu Proben und lässt Termine platzen. Bei einem Konzert ist sie nur mehr ein Wrack – durcheinander und abgemagert bis auf die Knochen. Als sie am nächsten Tag erneut nicht zu einem Auftritt erscheint, munkelt Hollywood, sie liege im Sterben. „Meine Mutter hat gesagt: ,Ich bin es leid, Dich immer nur im Radio zu hören. Ich will endlich neue Songs von Dir hören'“, witzelt eine blendend aussehende Whitney Houston bei der Vorstellung ihres neuen Albums. Sie hat offenbar ihr Leben in Ordnung gebracht, hat eine Entziehungskur hinter sich und dreieinhalb Jahre Arbeit an ihrem neuen Album. „I didn't know my own Strength“ (Ich kannte meine eigene Stärke nicht) heißt eines der Stücke. Die Tochter der Elvis-Begleitsängerin Cissy Houston, Cousine von Dionne Warwick und Patentochter von Soul-Legende Aretha Franklin war sich etwas schuldig. Also hörte die mittlerweile 46-Jährige auf ihren Entdecker, Musikmogul Clive Davis, der schon Pink Floyd, Bruce Springsteen und Alicia Keys zu Ruhm verholfen hat, und machte das neue Album. Rauchiger ist ihre Stimme geworden. Gesanglich zeigt sie sich nicht mehr ganz so sauber und artig wie einst. Ihr Timbre ist dunkler, die Höhen erklimmt sie nicht mehr mühelos, die Koloraturen wirken nicht mehr wie mit dem Lineal gezogen. Whitney Houston ist gereift. „Nenn es nicht Comeback, ich war die ganzen Jahre da“, singt sie zu sanften HipHop-Beats im von R. Kelly geschriebenen „Salute“: Eine Zeit der Tränen liege hinter ihr, sie habe Fehler gemacht, nun wolle sie durchstarten, heißt es im Lied. Von ihrem Mann ist Houston seit zwei Jahren geschieden, die 16-jährige Tochter lebt bei ihr. Die habe ihr die Kraft gegeben, durchzuhalten, sagt Houston. „Sie hat mich ermutigt und inspiriert. Wenn ich sie anblicke und ihr in die Augen schaue und mich sehe, dann sage ich mir: Okay, ich schaffe es, ich schaffe es.“ |
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