© whitney-media.de.vu
startseite
news
"love, whitney"
archiv
newsgalerie
fans
biographie
galerie
multimedia
über die seite
presse
Artikel von 1999
feedback





whitney-media | presse

I love, my love, your love, always love
Und eisig schweigt das Publikum - Souldiva Whitney Houston in der Olympiahalle: Viel schneller Funk und wenig Platz, eine anerkannt großartige Stimme zu entfalten

Quelle: unbekannt
Art der Quelle: Zeitung
Autor: Felicia Englmann
Datum: 1999
Anlass: Konzert in der Münchner Olympiahalle
Ton: negativ

Daumen hoch als Eigenlob: Whitney Houston, im edlen Designerlook, wollte sich nach jahrelanger Abstinenz als vielseitiges Showgirl feiern lassen. Foto: Michael Heeg Kein Schlussapplaus für Whitney Houston. Noch während der letzte Akkord ihrer einzigen Zugabe verklingt, geht das Licht an und versetzt die Fans in der Olympiahalle in einen finalen Schockzustand. Ein langer Konzertabend ist vorbei, an dem die Soul-Lady die kürzeste Zeit auf der Bühne stand, und was sie lieferte, war bei weitem nicht das, was sie hätte bieten können. Eine Enttäuschung.

Buhs und Pfiffe gibt es, als die Houston nach einer dreiviertel Stunde Verspätung immer noch nicht auf der Bühne ist. Dann ist die Gesangsstimme so übersteuert, dass die Gehörknöchelchen vor Schreck davonlaufen wollen. Da sie aber nicht können, melden sie Notrufe ans Gehirn. Drei Stücke vom aktuellen Album "My Love is Your Love", dann begrüßt die Houston das eisig schweigende Publikum. Nicht besonders nett, weil es nicht angemessen jubelt: "Hello Munich, I love you." Stille. "Wir sind doch in München, oder? Ich höre nichts."

Warum diese Frau als weltgrößte Souldiva gehandelt wird, blieb in der ersten Hälfte der Eineinhalb-Stunden-Show auf Andeutungen beschränkt. Whitney Houston versuchte sich mit vielen funkigen Nummern an einem Genre, das ihr nicht steht. Zusätzlich zum miserablen Sound, der außer Synthi-Suppe (mit grässlichen Streichern) und Schlagzeug nichts hören ließ, war ihre kräftige, inzwischen leicht angerauchte und umso schöner timbrierte Stimme für die schnellen Stücke verschenkt.

Tanzen konnte die Houston in ihren Designerkleidchen ohnehin nicht. So trippelte und wippte sie am Platz vor einer Kulisse aus drei Stahlrohrkreisen, die undefinierbar waren zwischen Spinnennetz oder stilisiertem Ventilator und nur ein einziges Mal vom pastelligen Licht effektvoll beleuchtet wurden. Die angestrengt in Unterhemden und Turnhosen ihr Aerobic-Programm turnenden Tänzerinnen konnten den optischen Eindruck keineswegs bessern. Betont modern wollte das Programm sein, einen Vorsprung bieten gegenüber der Schmusesoul-Konkurrenz, die Whitney in ihren acht Jahren Abstinenz in Form von Mariah Carey oder Toni Braxton auf den pelz gerückt ist. Vielseitigkeit sollte es bringen, von Funk über Dance bis Gospel und Balladen, statt nur den erprobten Schmusekurs zu fahren. Die versuchte Vielseitigkeit, mit der die Diva sich wieder ins Geschäft bringen will, geht aber in die falsche Richtung.

Statt sich an den jugendlichen Dance-Trend zu hängen, würde zu der 36-jährigen Sängerin eine verlagerung Richtung solistischem Gospel oder Blues besser passen, wie ihre kurze, aber hervorragende Gospel-Nummer und ihr Glanzstück "I Will Always Love You" zeigen. Hier kann sie ihre Stimme mit aller emotionalen tiefe entfalten udn kraftvolle Kantilenen schmettern Die alte Soul-Whitney ist die bessere Show-Houston.




nach oben