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presse Artikel von 1999 feedback |
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Die Business-Frau Whitney Houston in der ausverkauften Olympiahalle Quelle: unbekannt Art der Quelle: Zeitung Autor: Ralf Dombrowski Datum: 1999 Anlass: Konzert in der Münchner Olympiahalle Ton: negativ
Es gehörte zu den ungeschriebenen Regeln an absolutistischen Fürstenhöfen: Je bedeutender ein Regent war,
desto länger konnte er seine besucher warten lassen. Denn die Herrschaft über die Zeit war eine Form von Macht,
ein Gradmesser für die Wetschätzung, die dem Höfling entgegengebracht wurde.So gesehen muss Whitney Houston sich ja ziemlich wichtig gefühlt haben. Sie ließ die Olympiahalle eine knappe Stunde darben, bis sie sich mit ihrem Showgefolge zur Audienz bequemte. Das gutmütige Publikum jedoch pfiff nur wenig und buhte kaum. Es war gekommen, um etwas Pomp in einer nüchternen Welt zu erleben, und es bekam, was es wollte. Das künstliche Sternenzelt glitzerte, die vier Tänzerinnen verrenkten sich gelenkig und leidlich choreografiert zur Musik. Ein paar sauber arrangierte und routiniert gespielte Hits hoben die Stimmung, und etwas neues Material sorgte für Abwechslung. Houston selbst hatte eine Showtreppe zum Herabsteigen, eine Kleiderkammer für die Wechselwäsche und reichlich Kameras auf der Bühne, die ihre Darbietungen auf die obligatorischen Videowände übertrugen. Mit klarer Stimme und präziser Artikulation schwärmte sie von der Liebe, nahm huldvoll und professionell gerührt die Ovationen der Menschen entgegen und bedankte sich mit einem formelhaften: "Munich, I love you!" Ein bisschen Glamour erfüllte den Raum, doch ohne wirklich zu berühren. Denn die Makellosigkeit der inszenierten Showfigur und die Perfektion der Präsentation täuschten nur oberflächlich darüber hinweg, dass Whitney Houston die Aura zur Diva fehlt. Kein Kunsthermelin und Paillettenumhang ersetzt die Individualität, die eine schöne Frau und gute Sängerin erst in eine charismatische Erscheinung verwandelt. Houston ist Business. Eine Zugabe, Licht an, Tschüss, Munich! |
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