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presse Popcorn, 1987 feedback |
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Whitney live Whitney Houston Quelle: Popcorn Art der Quelle: wöchentlich erscheinende Jugendzeitschrift Datum: 1987 Anlass: Deutschland-Tournee 1987 Ton: positiv
Rosa Scheinwerfer huschen über die halbdunkle Bühne. Die siebenköpfige, ganz in Weiß gekleidete Band bezieht
hinter den Instrumenten Position und beginnt die ersten Takte des weltweiten Sommerhits
"I wanna dance with somebody" zu spielen. Die 23.000 Fans im "Marcus Amphitheatre" in Milwaukee/Wisconsin
springen begeistert auf, beginnen zu tanzen. "Whitney, Whitney", rufen die Zuschauer. Die Spannung steigt weiter, als der dreiköpfige
Backing-Chor mit dem Gesang einsetzt. Doch von Whitney ist noch immer nichts zu sehen - sie weiß, wie man
Spannung schürt. Die Musik gleitet in die Nummer "Greatest Love of all" über. Die "Whitney"-Rufe werden
lauter. Ein Scheinwerfer blitzt auf - und da steht sie, die neue schwarze Pop-Königin mit
der magischen Anziehungskraft: engsitzendes, tiefblaues Kleid mit glitzernden Pailletten besetzt, darüber eine
taillierte schwarze Jacke, extrem hochhackige Pumps. Statt - wie das begeisterte Publikum hofft - in den angespielten
"Dance"-Hit einzusteigen, intoniert Whitney mit ihrer gewaltigen Stimme "How Will I Know", den ersten großen Hit.
Rot-gelbes Licht überflutet die dezent gehaltene Bühne. Im Hintergrund blitzt ein schlichter "Whitney"-Schriftzug
auf und das Motto der World-Tour '87: "Moment of Truth" (dt.: Der Augenblick der Wahrheit). Grazil wie eine Gazelle schreitet die
23jährige zur Bühnenrampe, bleibt plötzlich stehen und röhrt mit unbeschreiblicher
Intensität die zeile "How will I survive" ins Mikrofon, bevor sie energisch den Kopf zurückwirft und mit
dramatisch emporgestreckten Armen den Song beendet.
Nach diesem stimgewaltigen Auftakt präsentiert Whitney eine langsame Nummer: "You give good love". Mit schmiegsamen Körperbewegungen
trägt sie den Song vor, verharrt dann bewegungslos vor dem Mikrofon. Whitney Houston braucht keine ausgefeilte Choreographie und aufwendigen
Lichteffekte - es sind ihre dramatischen Bewegungen und ihre starke Stimme, die faszinieren. Zwischendurch flirtet sie mit dem Publikum, macht Scherze, erklärt,
worum es in den Songs geht. Nach eine Soft-Nummer "Just the lonely talking again" geht es weiter mit dem von Calypso inspirierten "Love
will save the Day". Das folgende Gospel-Medley widmet Whitney ihrer Mutter Cissy Houston, die sie schon als Kind in den Gospel-Chor begleitet hat. Dann
kündigt Whitney die neue Single "Didn't we almost have it all" an. Riesenapplaus. Nahtlos geht der Song über in die zur Zeit
heißeste Tanz-Nummer "I wanna dance with somebody (who loves me)". Das Publikum nimmt den Song wörtlich und beginnt auf den
Gängen zu tanzen und zu hüpfen. Die meisten kennen den Song auswendig und singen aus vollen Hals mit. Die Überraschung: Was auf Platte
wie vibrierender Elektro-Soul klingt, entfaltet sich live zu einem melodischen Big-Band-Sound. Jedoch nicht minder mitreißend.Bei der einzigen Zugabe dieses Abends wird es dann noch einmal dramatisch. Nur von einem weißen Lichtkegel angestrahlt, ruft sie in die Menge: "Ich könnte euch nicht verlassen, ohne dieses Lied gesungen zu haben: "Greatest Love of all". Und dann legt Whitney mit ihrer Power-Stimme nochmal richtig los, dass es einem eiskalt über den Rücken läft. Mit einem ohrenbetäbenden Trommel-Wirbel und unter dem orkanartigen Beifall der Zuschauer verläßt Whitney Houston nach einer tiefen Verbeugung im grazilen Wiegeschritt die Bühne. Ganz klar: Bei ihrer ersten Liveshow hat Whitney Houston alles getan, um sich von ihrer ungeliebten weißen Konkurrentin Madonna zu untersheiden. Obwohl jünger, will sie schon Lady sein, setzt ganz auf ihre Stimme, nicht auf Showffekten. Im Oktober - die ürsprünglichen Daten haben sich um vier Wochen verschoben - kommt Whitney Houston für acht Konzerte nach Deutschland. |
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